Im Laufe eines Hundelebens muss jeder mal zum Tierarzt. Oftmals sind es kleinere Dinge wie z.B. Impfungen oder es stellt sich heraus, dass die Verletzung mit ein paar Tagen Ruhe wieder auskuriert ist. Dann gibt es da aber auch noch die schwerwiegenderen Fälle, die dann sogar eine OP unumgänglich machen. Das kommt gar nicht so selten vor und ist Jake auch passiert. Widerfahren ist ihm das Ganze beim Spielen mit seinen Kumpels. Es war eine ganz normale Situation, als er plötzlich laut jaulte. Zack – Kreuzbandriss!

 

Was ist ein Kreuzbandriss?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem vorderen und hinteren Kreuzband. Sie befinden sich im Kniegelenk und verbinden den Ober- und Unterschenkel und sorgen vereinfacht gesagt für Stabilität im Bein. Konsequenterweise wird der Kniebereich bei einem Kreuzbandriss instabil und die Beinbewegungen sehen sehr unnatürlich aus. Der eingeschränkte Bewegungsablauf wird auch als Lahmheit bezeichnet. Bei Jake hat sich der Riss insofern geäußert, als dass er das Bein beim Gehen ständig angewinkelt oder das betroffene Bein kaum belastet hatte. In diesem Artikel gehe ich nicht zu sehr ins Detail, da es hier um einen Erfahrungsbericht geht. Falls du dich mehr über den anatomischen und technischen Hintergrund informieren möchtest, findest du hier genauere Infos.

 

Verletzung beim Hund – Was nun?

Als sich Jake das Kreuzband gerissen hatte, war das im ersten Moment natürlich noch nicht klar. Er hat zwar kurz gejault, aber lief danach wieder einigermaßen rund weiter. Wir haben dann zwei, drei Tage genauer darauf geachtet, ob die Verletzung schwerer ist. Man muss nicht sofort zum Arzt rennen, es sei denn, der Hund kann tatsächlich gar nicht mehr auftreten. Ich bin selbst auch nie zum Arzt, wenn ich mir eine meiner (circa 354) Zerrungen geholt habe, sondern habe die nächsten Tage einfach auf Sport verzichtet. Da sich der Bewegungsablauf von Jake aber immer weiter verschlechterte, ging es dann doch zum Arzt. Dort wurde dann die Diagnose Kreuzbandriss am rechten Hinterbein gestellt und auch ein operativer Eingriff empfohlen.

 

OP beim Hund

Die OP am Kreuzband war für kurze Zeit später angesetzt. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Menschen. Hundi kommt nüchtern zum Tierarzt, bekommt eine Vollnarkose und dann kann`s losgehen. Nach circa anderthalb Stunden war es dann vorbei.

Direkt nach der OP am Kreuzband wacht Jake aus der Narkose auf
Aufwachen nach der OP

Man kann jetzt aber nicht sofort heimfahren, sondern muss erst mal warten, bis der Hund wieder aus der Narkose erwacht. Diese rund 2 Stunden sind dann auch besonders wichtig, da es manchmal zu Komplikationen wie Erbrechen kommen kann. Es lief aber alles glatt und es ging ab nach Hause.

Die OP hat insgesamt mehrere hundert Euro gekostet. Hier kann es zu sehr großen Preisunterschieden kommen, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden und schnell mal in den Tausenderbereich gehen können. Die OP bei Jake wurde von einer kleineren Praxis durchgeführt. Ich kann allerdings keine grundsätzliche Empfehlung aussprechen, da es immer darauf ankommt, bei wem man letztendlich landet.

Mein Tipp: Einfach mal im Bekanntenkreis nach Erfahrungen fragen! Als Hundehalter hat man normalerweise eine Auswahl an Leuten, die ähnliche Erlebnisse bereits gemacht haben. Genau so war das auch bei uns der Fall. Auf Empfehlung sind wir bei dem Arzt gelandet, bei dem die OP durchgeführt wurde.

Die Zeit nach der OP

Wenn es um die erste Zeit nach der OP geht, muss jedem bewusst sein, dass der Hund extrem viel Zeit in Anspruch nimmt. Die meisten Hunde sind sowieso ziemlich erschöpft und werden kaum von selbst laufen. Das ist auch ganz wichtig und richtig, da im Falle von Jake die Bänder wieder zusammenwachsen müssen. Es ist also erst einmal Ruhe angesagt. Deshalb kann man einen Hund auch nicht – wie normal – für ein paar Stunden alleine lassen.

Jake erholt sich nach der OP und liegt auf der Terrasse
Erholung nach der OP

24 Stunden und 7 Tage beim Hund zu sein ist fast unmöglich. Daher bin ich extrem froh und dankbar, dass meine ganze Familie mit angepackt und sich jeder mit eingebracht hat. Alternativ kann man natürlich auch seinen Lebenspartner oder Freunde mit einbeziehen. Klar ist, dass die erste Zeit nach der OP am besten durch Teamwork zu bewältigen ist!

In den ersten Tagen sollte sich der Hund viel schonen. Damit er sein Geschäft verrichten kann, heißt das also: raustragen. Mit der Zeit kann der Hund dann auch selbst vor die Tür und die Belastung steigern.  Hier wird der Tierarzt aber auch entsprechende Informationen geben, ab wann der Hund wie lange laufen darf.

Anfangs ist Jake auf drei Beinen gelaufen, was alleine schon zeigt, dass man es auf wenige Minuten beschränken sollte. Sonst kann es zu einer Überlastung, v.a. des gegenüberliegenden Beins kommen. Mit der Zeit wurde es besser und so waren dann auch kleinere Runden um den Block drinnen. Wichtig ist, dass man nach anfänglicher Schonung mit der Zeit die Belastung hochfährt, da sich nach OPs die Muskeln stark zurückbilden und wieder aufgebaut werden müssen.

Leckschutz für die Hinterbeine
Leckschutz für das Hinterbein – kann sogar modisch aussehen!

 

Ende gut, alles gut? Nö.

Nach einigen Wochen und Monaten hat sich Jake von der OP erholen können und sein Bewegungsablauf näherte sich immer mehr seinem normalen Niveau. Der Zeitaufwand hatte sich also scheinbar gelohnt. Man muss in dieser Zeit ganz schön mitdenken. Ein Beispiel: Treppensteigen ist direkt nach einer OP natürlich absolut zu vermeiden. Daher müssen die Bereiche so verbarrikadiert sein, dass der Hund keine Chance hat, die Treppen (im Haus) hoch- oder runterzulaufen. Ist der Hund fit genug, kann und sollte man nach und nach auch Treppensteigen üben. Ich sage bewusst üben, denn bewegt sich ein Hund über einen längeren Zeitraum kaum, müssen sämtliche Bewegungsabläufe wieder gelernt und richtig durchgeführt werden.

Nach circa 6 Monaten war dann soweit: Seit rund zwei Wochen hatte Jake keinerlei Anzeichen einer Verletzung mehr gezeigt und hatte inzwischen wieder lange Spaziergänge und auch kleinere schnelle Sprints absolvieren können. Es kam Besuch und wir fuhren in den Wald. Es war nun Dezember und es lag viel Schnee. Wir gingen also los und ich ließ Jake wissen, dass er jetzt abgehen kann. Tat er dann auch mit Vergnügen. Denn wenn Jake etwas besonders liebt, dann Schnee!

Ich schätze, es hat circa 15 Sekunden gedauert, bis wir ein lautes Jaulen hörten. Jake kam humpelnd zurück und wir befürchteten schon das Schlimmste…

Was genau passiert ist und wie euch das nicht passieren wird, erkläre ich euch hier!

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