Ich kenne jemanden, der viel Geld für sein Auto ausgibt. Er wollte unbedingt das eine Modell von einer ganz bestimmten Automarke. Es würde sehr gut zu ihm passen, meinte er. Am Anfang brauchte er noch eine bestimmte Ausstattung und natürlich baute er extra ein Carport, damit sich das Auto auch bei schlechtem Wetter zuhause wohlfühlt. Die monatlichen Kosten für sein Auto sind immer ungefähr gleich. Wären da nicht die Reparaturen, die unvorhersehbar und teuer aus dem Nichts anfallen. Ansonsten gönnt er seinem liebsten Schatz immer wieder eine Premium Deluxe Autowäsche und kleinere Verbesserungen am Auto. Das Auto wird allerdings immer älter und dadurch immer teurer. Immer speziellere Fehler tauchen auf und richtig Gas geben kann man mit ihm auch nicht mehr.

Das alles war einmal. Er hat es nicht bereut, so viel Geld ausgegeben zu haben. Inzwischen hat das Auto die Straßen verlassen und niemand wird es jemals wiedersehen. Das schmerzt ihn sehr. Schließlich hatte er es 10 Jahre lang und viele schöne Erlebnisse mit seinem Herzstück erlebt.

Das Auto von meinem Bekannten könnte das Auto von irgendjemandem sein.

Es könnte aber auch der Hund von irgendjemandem sein. Oder von dir.

Ich hätte Hund statt Auto, Rasse statt Modell, Züchter statt Automarke, Hundebett statt Carport usw. schreiben können und der Text würde ebenfalls stimmen.

Denn auch Hunde kosten Geld.

Wie viel, sehen wir jetzt.

Auflistung aller Kosten für meinen Hund

Wie teuer ein Hund ist, lässt sich natürlich nicht genau vorhersagen. Es kommt zum einen auf den Hund selber an: Welcher Rasse gehört er an? Wie groß ist er?

Zum anderen spielt Glück bzw. Pech eine große Rolle. Ich würde sagen, dass ich kostenmäßig relativ großes Pech mit Jake hatte. Er hat sich schon mehrere Verletzungen zugezogen, die operiert werden mussten. Darunter zwei Kreuzbandrisse und einmal musste etwas aus dem Bauch rausoperiert werden. Das war so gefährlich wie kurios, aber dazu in einem zukünftigen Artikel mehr.

Es gibt Kosten, die für sich bei allen Hunden nicht so stark unterscheiden. Darunter gehören z.B. Impfungen, Spielzeug oder das Bett. Auf der anderen Seite sind da noch die schlechter vorhersehbaren Kosten, die Jake besonders gern produziert. Am teuersten waren bisher sicherlich die OPs an seinen Kreuzbändern (jeweils ~500 Euro) und die anschließenden Physiotherapien (auch ~500 Euro).

Manche Hunde treiben mehr Schabernack (Jake!), andere weniger. Es fing bei uns schon in Kanada an, als er nach einem Bienenstich in seine Backe eine allergische Reaktion zeigte und ich mit ihm quer durch Vancouver in die nächste Tierklinik rasen musste. Am Ende hat das Ganze inkl. Nachbehandlung 500 Dollar (~ 430 Euro) gekostet.

Aber der Reihe nach.

Wie viel kostet ein Hund in der Anschaffung?

Ganz am Anfang stehen normalerweise die Anschaffungskosten vom Hund. Manchmal werden Hunde aus großen Würfen unter Bekannten sogar verschenkt, die Regel ist allerdings eine andere.

Angefangen bei 100 bis 300 Euro für einen Hund aus dem Tierheim, gibt es nach oben – vor allem bei Rassehunden – keine Grenzen. Im Tierheim zahlt man eine sogenannte “Schutzgebühr”. In Kanada musste ich für Jake lediglich etwas mehr als 100 Euro an das dortige Tierheim zahlen, in Deutschland ist das also normalerweise der Mindestbetrag.

Für Rassehunde vom Züchter hingegen sind vierstellige Summen keine Seltenheit.

Grundausstattung für Hunde

Danach braucht man einige Euros für die Erstausstattung für den Welpen oder den Hund. Die folgende Liste zeigt dir, welche Sachen aus meiner Erfahrung für eine ausreichende Grundausstattung wichtig sind:

  • Leinen/ Schleppleine und Brustgeschirr 20-50 Euro
  • Hundebett/ Hundesofa und Hundedecken 30-150 Euro
  • Hausapotheke/ Reiseapotheke 20-40 Euro
  • Hundeshampoo, Zeckenzange, Hundebürste 15-30 Euro
  • Trinknapf und Futternapf 10-40 Euro

Außerdem sollte das Auto für den Transport richtig ausgestattet sein. Je nach Auto braucht es eine Hundetransportbox, ein Gitter oder eine Hunderampe für ältere Vierbeiner.

Was viele nicht bedenken: Selbst die eigenen Klamotten können neue Ausgaben produzieren, z.B. festes Schuhwerk oder eine Funktionsjacke, in der ich alle wichtigen Tools für die Gassirunde wie Leckerli und Co. verstauen kann.

Du siehst schon, dass die Preise sehr unterschiedlich ausfallen können.

Laufende monatliche Kosten für einen Hund

Dann gibt es da noch die Ausgaben, die regelmäßig anfallen. Ganz wichtig ist hier natürlich das Futter. Je nach Qualität und Art des Futters (Trockenfutter vs. Nassfutter vs. BARF) muss man mit Ausgaben zwischen 20 und 120 Euro rechnen. Braucht ein Welpe am Anfang noch sehr wenig Futter, kann ein Seniorenhund später teureres Spezialfutter benötigen. Auch die Leckerli wollen sorgfältig ausgewählt werden, damit unsere Hunde auch ja gut hören 😉

Weitere Kosten für einen Hund im Monat:

  • Hundesteuer 7-14 Euro, wobei jeder weitere Hund mehr kostet
  • Haftpflichtversicherung ca. 10 Euro
  • Hundekrankenversicherung 5-40 Euro
  • Hundefrisör 5-10 Euro
  • Hundeschule 10-100 Euro

Sind die ersten beiden Punkte Pflicht, ist der Rest natürlich Entscheidung eines jeden Hundehalters. 

Jährliche Kosten für einen Hund

Außerdem gibt es kaum Hunde, die nie zum Tierarzt müssen und mal Medikamente wie Schmerzmittel nach einer OP brauchen. Bei uns belaufen sich die Rechnungen von 4 Operationen auf einen niedrigen 4-stelligen Betrag. Selbst für das Entwurmen oder regelmäßige Impfen öffnet sich der Geldbeutel von ganz allein. Für den Tierarzt rechne ich jährlich mit im Schnitt 200-350 Euro.

Die Mehrkosten für einen Urlaub mit Hund können wieder ganz unterschiedlich ausfallen. In den meisten Unterkünften, die Hunde erlauben, werden Aufschläge berechnet. Fahre ich mit dem Hund im Zug oder fliege ich mit ihm in den Urlaub? Kommt er überhaupt mit? Falls er zuhause bleiben soll, will auch die Hundepension oder der Hundesitter bezahlt werden, falls keine Freunde oder Verwandten in der Zeit einspringen können.

Sonstiges 

Wenn du wie Jake und ich Prüfungen wie die Begleithundeprüfung bzw. den Hundeführerschein machen willst, brauchst du dafür – zusätzlich zu den Prüfungskosten – eventuell einen vorbereitenden Kurs mit deinem Vierbeiner.

Auch am Ende eines Hundelebens geht es um`s Geld. Nämlich dann, wenn der Hund von uns geht. Wie viel eine Beisetzung für einen Hund kostet, ist wieder sehr unterschiedlich und kann bis zu tausende von Euros verschlingen. Verzichtet man hier auf Schnick Schnack und ausgefallene Ideen, sollte man bei maximal wenigen hundert Euro landen.

Übersicht über die Kosten eines gesamten Hundelebens

Jetzt fasse ich noch mal kurz und knackig alle Beträge zusammen und zeige dir, wie viel Geld man für ein ganzes Hundeleben im Schnitt ausgeben muss.

  • Anschaffung: 100-5000 Euro (geht auch noch teurer)
  • Grundausstattung: 100-350 Euro
  • Laufende Kosten im Jahr: 684-2088 Euro
  • Unregelmäßige jährliche Kosten: 250-450 Euro
  • Sonstiges (im Jahr): 100-150 Euro

Nach den einmaligen Anschaffungskosten mit der entsprechenden Grundausstattung von 200 bis 5350 Euro musst du also mit jährlichen Kosten von durchschnittlich 1034 bis 2688 Euro rechnen.

Macht also bei einem Hund, der 12 Jahre lebt, zwischen 12608 und 28406 Euro!

Hättest du das gedacht?

 

Als aufmerksamer Leser ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass du nur in den oberen Kostenbereich kommst, wenn du dir einen sehr teuren Hund anschaffst, mit dem du ein ganzes Leben in die Hundeschule gehst und ein Rundum-Sorglos-Paket wie einer guten Krankenversicherung finanzierst.

Im Normalfall wirst du im unteren, aber immerhin 5-stelligen Bereich landen. So wie ich mit Jake. Und so wie mein Bekannter mit seinem Auto.

Falls du überlegst, dir einen Hund anzuschaffen und ich dich mit diesen Beträgen nicht abgeschreckt habe, solltest du das unbedingt noch vorher wissen.

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